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Letztes Spiel:93:81Sa 26.09.vs VechtaVideo
Auswärts:HEUTE20:30 Uhrin Venedig
Auswärts:So 04.10.15:00 Uhrin Hagen

Schlag auf Schlag

Marco Völler spielte von 2017 bis zum Sommer 2024 für die SKYLINERS und war Kapitän der Aufstiegsmannschaft. Von 2021 bis 2023 war er zudem als Sportmanager bei den SKYLINERS tätig. Nun schreibt der ehemalige Power Forward wieder als Kolumnist für uns und gibt in diesem Beitrag seinen Ausblick auf unsere Rückkehr in den BKT EuroCup.

Venedig, erste EuroCup-Reise der Saison, volle Halle – der heutige Auftakt in Italien wird für die Jungs gleich ein Statement, wie viel in diesem Wettbewerb möglich ist. Parallel läuft längst die BBL, der erste Sieg ist eingetüttet und genau damit beginnt jetzt die Phase der Saison, die man als Spieler am meisten spürt: die Doppelbelastung.

Bundesliga und EuroCup gleichzeitig zu bestreiten klingt auf dem Papier nach einer reinen Terminfrage. In der Realität ist es vor allem eines: ein völlig anderer Rhythmus. Statt einer Trainingswoche zwischen zwei Spielen am Wochenende, stehen plötzlich drei Spiele in der Woche an. Dazwischen Reisen, oft mitten in der Nacht zurück aus dem Ausland, und kaum Zeit, um im Training an Abläufen und Routinen zu arbeiten. Genau das ist die größte Umstellung. Man trainiert weniger, dafür spielt man mehr – und muss aus jedem einzelnen Spiel entsprechend mehr mitnehmen.

Ich kenne diese Phase aus eigener Erfahrung sehr gut, und sie ist für eine Mannschaft immer eine Standortbestimmung. Wenn kaum Zeit bleibt, um neue Automatismen einzustudieren, muss man sich auf das verlassen, was man sich in der Vorbereitung erarbeitet hat. Die Trainingshalle wird durch die Arena ersetzt, das, was im reinen Bundesliga-Alltag sonst über Wochen im Training entsteht, muss durch Videoanalysen und kurze Ansprachen zwischen den Spielen vermittelt werden. Genau in dieser Phase zeigt sich, wie schnell eine Mannschaft in der Lage ist, einen eigenen Rhythmus zu finden – wie sie mit engen Spielen umgeht, wie sie sich nach einer Niederlage wieder sammelt und wie schnell die Automatismen aus der Vorbereitung tatsächlich abrufbar sind, wenn es englische Wochen gibt.

Was in dieser Phase mindestens genauso wichtig wird wie die taktische Ausrichtung, ist der Körper. Viele Spiele in kurzer Zeit, dazu die Reisen quer durch Europa, bedeuten eine enorme Belastung – für die Beine, aber auch für den Kopf. Andere Länder, andere Speisen und Betten, andere Hallenböden, dazwischen wenig Regeneration. Wer diese Phase der Saison unterschätzt, bekommt das meistens erst im Januar oder Februar zu spüren, wenn die Substanz fehlt. Deshalb ist jetzt Recovery genauso wichtig wie das Training selbst: Schlaf, Ernährung, die kleinen Dinge zwischen den Spielen, die von außen kaum jemand sieht, die am Ende aber oft den Unterschied machen. Diese Aspekte entscheiden, wer im entscheidenden Moment der Saison noch frisch ist.

Für die Coaches bedeutet das gleichzeitig, den Kader breit einzusetzen. Wer immer nur auf seine besten fünf, sechs Spieler setzt, wird in einer Doppelbelastungsphase irgendwann Probleme bekommen. Rotation ist in diesen Wochen kein Zeichen von Schwäche, sondern schlicht notwendig, um am Ende der Saison noch die nötige Frische zu haben.

Das heutige Spiel in Venedig wird ein erster Gradmesser, wo die neue Mannschaft international steht. Danach kommt es darauf an, dass sich daraus etwas Konstantes entwickelt. Die kommenden Wochen mit ihrem dichten Programm werden zeigen, wie stabil das Team wirklich schon ist – und genau diese Wochen sind es oft, die am Ende einer Saison den Unterschied machen.

Jetzt heißt es: Rhythmus finden, gesund bleiben, und aus jedem Spiel das Maximum mitnehmen. Aber auch ganz wichtig aus meiner Sicht: niemals einen Gegner unterschätzen. Egal ob EuroCup, BBL oder die nächste Runde im Pokal: jedes Spiel ist wichtig und eine Möglichkeit, besser zu werden und als Team den nächsten Schritt zu machen. Step by Step, wenn es Schlag auf Schlag geht.